Der Titel ist Programm, den enthalten sind vier Geschichten mit jeweils zwei ffm und zwei mmf. Eine davon (Erpresst zum Dreier) ist eine Novelle.
Insgesamt hat das E-Book 137 Normseiten. Die Seitenzählung von Amazon ist nicht korrekt, da diese weder Seiten- noch Zeilenumbrüche und Kapiteleinteilungen schon gar nicht vorsieht.
Bei den beiden Damen auf dem Cover handelt es sich übrigens um Jana und Christine aus "Erpresst zum Dreier".
KURZBESCHREIBUNG
Entfesselte Lust
Als
Sandrien am Abend ihres achtundzwanzigsten Geburtstages nach Hause kommt,
wartet eine Überraschung auf sie …
Wicked Ways 2 – Der Dreier
Leah
wird von Jennifer und Markus zum Sextoy-Produkttest in deren Nachtclub eingeladen.
Erpresst zum Dreier
Niklas
erpresst seine Kollegin Christine, die er spät abends im Büro beim Masturbieren
gefilmt hat. Sie soll seine Ex-Freundin Jana und einen Typen aus der
EDV-Abteilung gleichzeitig verführen. Das will er heimlich filmen und aus Rache
an Janas neue Freundin Lesben-Lisa schicken. Doch er rechnet nicht damit, dass
die Frauen den Spieß umdrehen wollen …
Aller guten Dinge sind drei
Die
schöne blonde Heavy-Metal-Sängerin Sabrina bekommt am Tag nach der Rückkehr von
der Tournee unerwarteten Besuch …
LESEPROBE 1
Sandrien
Giron kehrte heute etwas früher als sonst nach Hause zurück. Es war nicht nur
irgendein Freitagnachmittag im Mai gegen sechzehn Uhr, sondern der fünfte und
somit ihr achtundzwanzigster Geburtstag.
Sie betrat ihr unweit von Chalon-sur-Saône in
Burgund gelegenes Herrenhaus, das sie vor etwas über einem Jahr von ihrer Oma
Claudine geerbt hatte. Ebenso wie diese schätzte sie die ländliche Idylle und
die Ruhe, die sie ihr nach einem arbeitsreichen Tag in der Stadt vermittelte.
Bereits im Eingangsbereich kam ihr der berauschende Duft der in einer hohen
Vase stehenden weißen Lilien, ihrer Lieblingsblumen, entgegen, deren elegante
Formen sie so liebte.
Glücklicherweise musste sie nicht in ein leeres
Haus zurückkehren, da ihr pflichtbewusster Butler Benoit Prevet auf sie
wartete. Wie immer lächelte er sie unverbindlich an und begrüßte sie höflich,
aber distanziert. Vor einem halben Jahr, als sie hierher gezogen war, hatte sie
ihn eingestellt und es bisher nie bereut, denn er verkörperte trotz seines
geringen Alters Diskretion und Kompetenz. Auch wenn er ihr gesagt hatte, auf
keiner Butlerschule gewesen zu sein, sondern eine Ausbildung in einem Hotel
genossen zu haben, so war er doch, was ihre Bedürfnisse betraf, mehr als
perfekt geeignet. Wie immer trug er einen klassischen schwarzen Anzug. Er sah
tadellos gepflegt aus.
Sandrien nahm ihren eleganten schwarzen Hut ab,
den er in Empfang nahm, vorsichtig etwas Staub davon abklopfte und ihn für sie
auf die Ablage legte. Das fand sie beinahe übertrieben, doch sie ließ ihn
gewähren.
Sandrien strich sich eine Strähne ihres
dunkelkupfernen Haares, die sich aus ihrer eleganten Hochsteckfrisur mit dem
schwarzen Border-Ficcare-Clip gelöst hatte, aus dem Gesicht. Ihr Stil ähnelte
dem Audrey Hepburns, der sie beinahe wie eine Schwester glich. Sogar ihre Augen
waren braun, wenn auch gesprenkelt mit bernsteinfarbenen Flecken.
Sandriens ärmelloses
Etuikleid war schwarz wie ihre gesamte Garderobe, nur die doppelreihige, kurze
Perlenkette war hell. Seit jenem schicksalhaften Tag vor elf Jahren trug
sie nur noch Schwarz, doch mittlerweile nicht mehr aus Gründen der Trauer,
sondern weil es ihr klassisch und elegant erschien und zu ihrem roten Haar
einfach atemberaubend gut aussah.
Bedauerlicherweise waren ihre beiden Eltern bei
einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, als sie siebzehn war. Geschwister
besaß sie keine und auch sonst kaum Verwandtschaft. Sie hatte eine liebe
Cousine, doch diese wohnte weiter weg in Besançon in der Franche-Comté. Seit
einem halben Jahr gab es nicht mal mehr einen Partner in Sandriens Leben.
Alles, was sie erfüllte, war ihre Arbeit als Rechtsanwältin in einer großen,
bekannten Sozietät in Chalon-sur-Saône.
Doch am heutigen Tag genügte ihr das nicht mehr,
um die Leere in ihrem Privatleben zu füllen. Ihre beste Freundin Yasmine wohnte
in Dijon, doch telefonierten sie regelmäßig und besuchten sich auch immer mal
wieder über das Wochenende. Doch da Yasmine als Krankenschwester arbeitete, war
das nicht immer möglich. An diesem Freitag hatte sie kommen wollen, doch
aufgrund eines Notfalls musste sie arbeiten.
Hier in der Gegend hatte Sandrien seit ihrem Umzug
noch kaum Bekanntschaften außerhalb ihres Berufs knüpfen können. Dafür arbeitete
sie zu viel. Zudem lag ihr Haus etwas abgelegen, doch stellten der Garten und
die ihn umgebenden Ländereien für sie einen wahr gewordenen Traum dar. Ihre
Großmutter Claudine war hier immer sehr glücklich gewesen, besonders zu jener
Zeit, als ihr Mann Antoine noch gelebt hatte. Sandrien war oft hierher gekommen
und nur glückliche Erinnerungen verbanden sie mit diesem Ort.
Schon lange hatte Sandrien vorgehabt, das Haus, in
dem sie viele schöne Sommerferien verbracht hatte, endlich zu bewohnen, doch
ihr damaliger Partner Victor wollte Dijon keineswegs verlassen. Mittlerweile
wusste sie auch warum … Seine Geliebte, die er inzwischen geheiratet hatte,
lebte dort. Dabei war er damals während jener Liaison noch mit Sandrien verlobt
gewesen, dieser elende Schuft!
Doch vermutete sie inzwischen auch, dass es an
seinem Ego nagte, dass sie das Angebot dieser angesehenen Sozietät bekommen
hatte, während er eine Absage von ihnen erhielt, jedoch in einer kleineren
Kanzlei im selben Ort untergekommen wäre. Letzteres hatte er vermutlich aus
verletzter Eitelkeit sofort abgelehnt. Er wollte nicht in dieses Kaff ziehen,
hatte er in abfälligem Tonfall zu ihr gesagt und sie damit verletzt, da sie
diesen Ort liebte. Wochenlang hatte er geschmollt, bis sie schließlich von
seiner schändlichen Liaison erfahren hatte, die Konsequenzen gezogen und
hierher gereist war.
Damals hatte Sandrien die Zusage der Sozietät für
einen reinen Glücksfall gehalten. Sie hatten einfach zufällig eine Fachanwältin
für Sozialrecht gesucht. Mittlerweile wusste sie durch ihren jetzigen Chef,
dass er auch andere Gründe gehabt hatte, sie Victor vorzuziehen und diesen
abzulehnen. Victors Referenzen waren nicht so gut wie ihre. Man sagte ihm eine
gewisse Indiskretion nach, über die man keine genaueren Aussagen treffen
wollte, während ihr Ruf unbeschadet war. Im Grunde war das mit Victor und
seinen Befindlichkeiten und Launen jetzt bedeutungslos für sie.
Eigentlich bräuchte Sandrien ihre beiden
Bediensteten nicht, auch wenn es angenehm und sehr praktisch war, diese um sich
zu haben. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, hatte sie diese hauptsächlich
wegen der Einsamkeit eingestellt, die sie seit der Trennung von Victor
verspürte. Auch fühlte sie sich als Frau mit ihnen in dem abgelegenen Haus
einfach wohler. Nach den drei Jahren ihrer Beziehung war es
gewöhnungsbedürftig, wieder allein zu sein.
Es gab einen kleinen Trakt für die Bediensteten
mit einem zusätzlichen Bad, sodass es auch genügend Rückzugsraum für alle gab.
Das war ihr wichtig, denn nichts konnte sie weniger ertragen, als wenn ihr
ständig jemand auf die Pelle rückte. Sie brauchte einfach ihren Freiraum und
ihre persönlichen Interessen, auch wenn diese in der letzten Zeit zu kurz
gekommen waren. So liebte sie es, ihr eigenes duftendes Brot zu backen, da sie
in dieser Hinsicht sehr eigen war. Auch an ihrem Kräutergarten hing ihr Herz.
Sie schätzte es, duftende Potpourris und Tees selbst herzustellen. Victor war
stets eifersüchtig auf ihre Hobbys gewesen, da er jede Minute ihrer Freizeit
für sich zu beanspruchen gedachte.
»Darf ich Ihnen einen Tee bringen, Madame?«,
fragte ihr Butler mit seiner sanften, dunklen Stimme, die diesmal etwas ganz
tief in ihr berührte und eine Saite in ihr zum Schwingen brachte.
Glücklicherweise riss er sie damit aus den
Erinnerungen an Victor, an den sie gerade heute nicht denken wollte. Sie
betrachtete Benoit Prevet. Mit dem dunklen Haar, den smaragdgrünen Augen, dem
leicht kantigen Gesicht und dieser Figur war er sogar wesentlich attraktiver
als ihr Verflossener. Sie sollte Victor endlich vergessen und die Vergangenheit
ruhen lassen. Schließlich war heute ihr Geburtstag. Jeder Gedanke an diesen
Schuft war vergeudet.
»Merci, doch heute will ich lieber Champagner. Auf
die Terrasse bitte, Benoit. Herzlichen Dank!«
Kurz flackerte etwas in seinen grünen Augen auf.
Ihr wurde bewusst, dass sie ihn zum ersten Mal mit dem Vornamen angesprochen
hatte.
»Es war keine Absicht, Sie mit dem Vornamen
anzusprechen. Ich hoffe, Sie können mir verzeihen.«
»Es gibt nichts zu verzeihen, Madame. Also
Champagner für Sie.«
Er öffnete die Terrassentür und hielt sie ihr auf.
Sandrien trat an ihm vorbei hinaus. Der Hauch seines Aftershaves begleitete sie
und verstärkte die unerklärliche Sehnsucht tief in ihr. Warum hatte sie zuvor
nie wahrgenommen, wie gut er roch?
LESEPROBE 2
»Guten
Morgen, Christine.«
Christine hob den Blick. Ihr Kollege Niklas stieg
zu ihr in den Aufzug, kurz bevor dieser anfuhr. Warum war Niklas heute so
unerwartet freundlich zu ihr? Sonst war er eher zurückhaltend oder beachtete
sie kaum.
»Hast du gut geschlafen?«, fragte er. Niklas war
ein hübscher Kerl mit schulterlangem haselnussbraunen Haar und leicht schräg
stehenden grünen Augen, doch bisher war er ihr kaum aufgefallen, da er zu den
ruhigeren Menschen gehörte, die sich völlig in ihre Arbeit vergruben.
Plötzlich drückte er auf die Stopp-Taste des
Aufzugs.
»Was soll das?«, fragte Christine.
Niklas beugte sich zu ihr, sodass sein Atem ihre
Wange streifte. Christine schätzte ihn auf 1,73 cm, da er etwa fünf
Zentimeter größer war als sie. Sie fand ihn attraktiv und sympathisch, doch
bisher hatte sie nicht viel mit ihm zu tun gehabt, da er, im Gegensatz zu ihr,
inländische Kunden betreute.
»Ich habe dich gestern Abend gesehen, Christine«,
sagte Niklas. Seine Stimme klang rau und verführerisch und sein Atem streifte ihren
Hals wie eine Liebkosung.
Ihr Herz schlug vor Aufregung schneller. »Was?
Wobei?« Er hatte doch nicht etwa …
Niklas wirkte belustigt. »Ja, genau dabei, meine
schöne Christine. Du warst echt süß. Eine kleine Privatvorstellung nur für mich
ganz allein. Ich habe mich sehr amüsiert.«
Christine schluckte. Ihr Gesicht fühlte sich heiß
an, als das Blut hineinschoss. Bestimmt war sie rot wie eine reife Tomate.
»Aber ich dachte, ich wäre allein.«
Er war so dreist, zu lächeln. »Tja, das dachtest
du aber nur … Ich hatte meine Karten für die Con vergessen, daher bin ich
gestern Abend noch mal reingefahren.«
Christine wurde heiß und kalt bei dem Gedanken,
dass er sie beobachtet hatte. Sie schämte sich.
»Du hast wirklich alles gesehen?«, fragte sie. Zu
ihrer Verärgerung klang ihre Stimme fast ein wenig piepsig.
Er lächelte. »Alles, cherie, wirklich alles, doch nicht nur das. Ich habe alles mit
meinem Handy gefilmt und werde es mir heute Abend noch mal ansehen. Dabei kann
ich es mir endlich selbst besorgen, denn beim Filmen wäre das ungünstig
gewesen.«
Christine gab ihm eine Ohrfeige. »Du Schwein! Wie
konntest du nur?«
»Ja, ich sehe, die habe ich verdient, doch ändert
das nichts an den Tatsachen.«
»Her mit deinem Handy! Du wirst diesen Film
umgehend löschen.«
»Erstens habe ich dieses Handy gerade nicht bei
mir und zweitens werde ich den Film garantiert nicht löschen.«
»Was willst du von mir, du Perverser?«
Er grinste hinterhältig. »Einen Perversen nennst
du mich? Ich habe nicht im
Großraumbüro onaniert – im Gegensatz zu dir. Außerdem ist die Frage ja
wohl eher, was du willst«, sagte er.
»Wie meinst du das?«
Seine grünen Augen funkelten amüsiert. »Willst du,
dass ich das Video anonym an die Geschäftsleitung schicke, damit diese weiß,
was du während der Arbeitszeit im Büro so treibst oder wirst du kooperativ
sein?«
Christine schluckte. »Du willst Sex?«
Er nickte. »Genau.«
»Du hinterhältiger, gemeiner, mieser Drecksack!«
Niklas grinste. »Nette Worte von jemandem, der für
sich beansprucht, eine Dame zu sein.«
Christine war verdammt wütend auf ihn. Als er
sachte über ihren Hals leckte, erschauerte sie dennoch und sie war sich nicht
mal sicher, ob es vor Abneigung war …
»Das ist Erpressung und Nötigung! Ich könnte dich
anzeigen.«
»Du hast keine Beweise, Schätzchen. Deine Möglichkeiten
sind verdammt eingeschränkt.«
Christine sah sich ihn genauer an. Er war
gepflegt, gut aussehend und er war ihr sogar sympathisch gewesen – zumindest
bis vor Kurzem noch. Jetzt würde sie ihn am liebsten erwürgen, diesen Schuft.
Doch würde ihr wohl kaum etwas anderes übrig bleiben, als auf seine Forderung
einzugehen. Zuerst wollte sie aber so viele Informationen wie möglich sammeln.
Womöglich fand sie eine Schwachstelle bei ihm.
»Du bist doch nicht etwa pervers, stehst auf kinky
Ratten-Sex oder so was?«, fragte sie.
Niklas brach in Gelächter aus. »Wie kommst du denn
auf so was?«
»Hab ich in einem Film gesehen. Phantom der Oper,
glaube ich.«
Niklas sah sie erstaunt an. Seine Augen
leuchteten. »Sag bloß, du bist auch ein Fan von Julian Sands?«
»Er spielt wirklich gut, nur ist der Film
irgendwie … bizarr. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, wie es zu den seltsamen
Gerüchten über dich kommt.«
»Was sagt man denn über mich?«
»Stimmen die Gerüchte, dass Jana dich verlassen
hat und lesbisch geworden ist, weil du Tiere im Bett hast?«
Niklas’ Grinsen erstarb. »Was weißt du über Jana?«
Sie hatte das Gefühl, bei ihm einen wunden Punkt getroffen zu haben.
»Nicht viel.«
Er schob zwei Finger in ihren Ausschnitt, in jenes
tiefe Tal zwischen ihren Brüsten. Seine Berührung war nicht unangenehm. Er zog
sie zu sich heran, sodass ihre Gesichter sich so nahe waren, als wollte er sie
küssen. Sein Atem streifte ihre Wange.
»Ich habe keine Tiere in meinem Bett und Jana ist
durch mich auch nicht lesbisch geworden – zumindest hoffe ich das.« In den
letzten Worten lag eine gewisse Unsicherheit, die sie von ihm nicht erwartet
hätte.
»Es kann schon mal passieren, dass eine Frau sich
ihrer wahren Veranlagung erst später bewusst wird«, sagte Christine, denn
irgendwie tat er ihr jetzt auch ein bisschen leid, obwohl er ein Schuft war.
Jedenfalls schien er unter der Trennung wesentlich mehr zu leiden, als sie
gedacht hatte.
»Wir werden ja herausfinden, ob Jana lesbisch
ist«, sagte er mit ernster Miene.
Christine schluckte. »Wir?«
Er streichelte zärtlich ihre Wange. »Ich sage dir
genau, was ich von dir will, Schätzchen: Du wirst Jana verführen!«